Wasser predigen und Wein trinken. Über Social Media Experten in der „Krise“.

In Social Media gibt es Experten wie Sand am Meer. Doch auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem: Was passiert, wenn selbsternannte Experten nicht das ausführen, was sie selbst predigen?

Kommt nicht vor. Und wenn, ist das Businessmodell zum Scheitern verurteilt. Sollte man meinen. Doch schauen wir uns einer dieser Experten genauer an.

Susanne Müller Zantop macht eigentlich etwas Lobenswertes. Sie bringt CEOs ins Netz. Sympathisch, wenn sich ein CEO fussvolknah gibt und auf Twitter oder Facebook seine Meinung, seine privaten Ansichten teilt. Doch dazu müssen sie natürlich erst gebrieft werden. Frau Müller Zantop macht dies professionell, also beruflich. Aufgefallen ist sie mir wegen diesem Sonntagsblick-Artikel.

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„Wer nicht twittert, ist eine Fehlbesetzung.“ Eine tolle Aussage. Doch wie schlägt sich denn Frau Müller Zantop in den unendlichen Weiten des Internets? Eine kleine Recherche erbrachte folgendes:

Auf Twitter hat Frau Müller Zantop 79 Follower. Zuletzt getwittert 2 Tage vor Erscheinen des Artikels. Vorher war es 4 Monate ruhig.

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Ihre Page liegt auf blogspot.ch und bekam fast ein Jahr lang kein Update. Bis zwei Tage vor Erscheinen des Artikels, dann  wurde schnell eine Prezi-Präsentation die „Do’s and Dont’s eines CEO“ veröffentlicht.

Auf LinkedIn gab es seit längerer Zeit keine Updates. Gemäss LinkedIn arbeitet Frau Müller Zantop noch immer bei Siemens.

Alles nicht sehr optimal, wenn man Führungspersönlichkeiten zeigen will, was im Internet so passiert und wie man damit zurecht kommt. Vor allem dann, wenn man in der eigenen „Krise“ nicht reagiert.

Nach dem Erscheinen des Artikels wurde nämlich gerade auf Twitter heftig über Frau Müller Zantop diskutiert. Mein Tweet über den Sonntagsblick-Artikel löste heftige Diskussionen aus. Und wir alle fragten uns, wie reagiert Frau Müller Zantop auf die eigene Krise?

Was schreibt sie da bei Do’s and Dont’s für CEOs? Punkt 7: Be fast in crisis. Each quarter of an hour counts. Bildschirmfoto 2015-05-13 um 10.28.23

„Fast“ und Geschwindigkeit ist dabei immer relativ. Frau Müller Zantop reagierte auf die Twitterdiskussion über einen Tag später, indem sie den SonntagsBlick-Artikel dreimal auf ihrem Account verlinkte. Da sind schon viele Quarter of Hours vergangen. IMG_0606

Diese Reaktion ist wie keine Reaktion. Man könnte sie als Trotz werten, oder als „egal“. Aber so wie es aussieht, sitzt Frau Müller Zantop die Krise einfach aus. Nicht reagieren und warten, bis der Sturm vorüber ist, kann eine Strategie sein. Erwarte ich aber von einem „Experten“ nicht. Gerade hier wäre es interessant gewesen, wie ein „Experte“ auf Kritik reagiert.

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2 Gedanken zu “Wasser predigen und Wein trinken. Über Social Media Experten in der „Krise“.

  1. Wir leben in einer Welt, in der uns die Informationen und Sinneseindrücke nur so um die Ohren fliegen, ja, um die Ohren gehauen werden. Quasi von allen Seiten werden wir mit belanglosen und sinnfreien Texthülsen bombardiert!

    Viele in unserer Gesellschaft sind der Meinung, dank Social Media verbunden, beliebt und „dabei“ zu sein. Pustekuchen! Unsere Zeit ist geprägt von Oberflächlichkeit, Selbstverherrlichung und Vereinsamung. Ja, Diskussionen per Twitter, Facebook, Google+ usw. gibt’s wie Sand am Meer. Alles wird bis zum Abwinken gelikt, kommentiert und debattiert.

    Wer nicht mitmacht wird belächelt und als „weltfremd“ betitelt. Ausgerechnet! Sind es nicht gerade all die Social Media Junkys, die wie Zombies durchs Leben wandeln, ohne ihre Umwelt wahrzunehmen oder auf diese reagieren zu können?! Getrieben von der unbewussten Angst etwas zu verpassen, wandeln sie, mit den Augen ständig auf dem Schirm, durch den Tag. Und so wird ihre Angst tagtäglich Realität!

    Auch wenn Millionen mitmachen, meiner Meinung nach werden die Social Media völlig überbewertet. Mir wäre tausend mal lieber, wenn die Menschen wieder weniger twittern würden, dafür aber die Zeit nutzen, um sich im realen Leben wieder vermehrt für ihre Mitmenschen interessieren und sich umeinander kümmern würden. Mir wäre ein CEO der sich um seine Untergebenen kümmert und mit diesen auch mal persönlich in Kontakt tritt 1000 Mal lieber, als einer der diese Zeit mit twittern verprasst!

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  2. Seien wir doch mal ehrlich : die twitternde Schweiz ; einmal durch den Filter der Relevanz gepresst, ergibt doch nicht wirklich „vill Gschiids“…vieles ist doch einfach, gelinde ausgedrückt , überflüssiges Nach-Geäffe .

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