Periscope kill the TV-Star.

Livestreaming für jedermann. Wie die neuen Streaming-Dienste die Welt verändern werden.

„The Next Big Thing.“ Wann kommt es, was wird es sein? Noch vor kurzem schrien viele: Meerkat ist es! Livestreaming auf Knopfdruck. Via Twitter ging das ganz einfach. Bis Twitter zurückschlug.: Periscope ist es! Im Prinzip ist es das Gleiche: Man drückt auf den Knopf und streamt mit dem Smartphone live wo man gerade steht und Wlan oder guten Datenempfang hat.

This is it. Auf das habe ich persönlich schon lange gewartet. Apps wie „Ustream“ wollten es sein. Haben sich aber nie richtig durchgesetzt. Sei es, weil es einfach zu kompliziert war die Videofunktion zu nutzen, sei es, weil der Stream zu sehr ruckelte.

Seit Periscope aber: Sind wir überall live dabei. Ich habe Hundespaziergänge in Los Angeles gesehen, die Küche eines Sandwichladens irgendwo in New York, eine Hochzeit in Indien. Überall ist man live dabei.

App laden, mit Twitter verbinden, Knopf drücken und bitte auch noch eine Beschreibung des Streams. Das ist funny. Auch wenn in der jetzigen Phase noch Privatpersonen dominieren, die live ihren Kühlschrank zeigen oder eben das Gassigehen mit Bello.

meerkat-periscope

Newsportale: Zieht euch warm an. Was passiert, wenn immer mehr auf den Geschmack von Periscope kommen? Die zufälligen Passanten bei einem Industriebrand oder bei einem Busunglück irgendwo. Während TV-Stationen sich überlegen, ob sie mit dem Reportagewagen zum Ort des Geschehens fahren oder Newsportale ihren Reporter schicken sollten… Wir sind längstens live dabei. Ungeschnitten, Real Time, unzensuriert. Keine Karten mehr fürs ausverkaufte Coldplay Konzert bekommen? Kein Problem. Unter den vielen Zuschauern findet sich sicher ein Freak, dem es nicht zu schade ist, stundenlang den Arm in Richtung Bühne gestreckt zu halten, damit die Welt live zusehen kann. Was er davon hat? Das Prestige, etwas zu zeigen, was sonst niemand hat. Und auch niemand darf. Wenn ein Fernsehsender das Konzert übertragen möchte, müssten unzählige Urheberrecht-Verträge unterschrieben werden.

Der Fan mit Periscope machts einfach so. Ohne Rücksicht auf Verträge oder Urheberrechte.

Noch.

Wenn die Verbreitung von Periscope so weitergeht wird sich unsere Welt bald so zeigen:

  • Verboten an Konzerten. Doch wie will man das kontrollieren? Gar nicht. Der Veranstalter wird sich dazu durchraufen müssen, Handysignale zu stören, damit Livestreaming nicht mehr möglich sein wird.
  • Aber auch: Erlaubt bei speziellen Periscope-Konzerten. Hier darf und soll gestreamt werden. Wird kommen.
  • Verboten bei Unfällen. Die Polizei wird Bussen verteilen, wenn jemand das Handy zückt und filmt. Auch wenn der User in erster Linie nicht erwischt wird. Wenn die Polizei rausfindet, dass man es gemacht hat, ist man dran.

Dabei ist das mit dem Datenschutz auch noch nicht geregelt. Was passiert, wenn ich ein Konzert streame oder mein Besuch im Restaurant und da eine Person zu sehen ist, die dies nicht will? Oder zu Hause gesagt hat, dass er noch länger arbeiten müsste und sich nun mit jemand anderen vergnügt? Was dann? Google Street View war harmlos. Jetzt kommt Periscope.

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