Die Cablecom-Geschichte oder wie ich zum Cablecomtechniker wurde.

Wenn man der Cablecom-Hotline anruft, geht man ganz sicher dort davon aus, dass ich doof bin. Vielleicht habe ich den TV nicht eingeschaltet und darum ein schwarzes Bild, vielleicht habe ich das Kabel nicht in der Buchse und darum keinen Empfang. Eben, ich bin ein doofer Kunde.
Daher rufe ich selten der Cablecom an, wenns mal nicht funktioniert. So habe ich dann halt einfach auch den Internetprovider gewechselt, als das Internet nicht mehr lief. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die neuste Geschichte kommt aus der Ecke „Neue Technik und Ihr seid die Versuchskaninchen“.
Die Cablecom hat seit kurzem auch „Video on Demand“. Spezialisten dürfen dazu „VOD“ sagen. Eigentlich ein toller Dienst, der auch etwa einen Monat bei mir zu Hause gut lief. Super der Dienst mit meiner digitalen Box nochmals Sendungen anzuschauen, die schon auf SF liefen. So konnte ich „Meteo“ nochmals auf Abruf anschauen, aber auch „Tagesschau“ oder „Doks“. Weiter kann man so auch Filme bestellen.
Bis vor zwei Wochen.
Da kam plötzlich die hässliche Fehlermeldung: „Der Dienst ist unterbrochen“. Nichts geht mehr. Doch jetzt der Cablecom anrufen und sich sagen lassen „Händ sie de Fernseh igschaltet?“ Nein.
Dafür gibt es bei Twitter einen neuen Service. Einfach eine Meldung (Tweet) @cablecomwebcare und schon steht ein Techniker im Haus.
Der fragte mich am letzten Montag zuerst, als er bei mir in der Stube stand: „Was lauft nöd?“. Dabei sollte er es ja aufgrund meiner Anfrage wissen.
Also ok, TV an, Box an, TV on Demand starten und sehen, dass die Meldung kommt „Der Dienst ist unterbrochen.“
„Häh?“, sagte da der Techniker. „Chan nöd sii.“. Er schaltete auf einen Diagnostickanal und fand heraus, dass „alles grüen isch. Da lauft alles!“
Aber es läuft nicht, sagte ich. „Häh?“, sagte der Techniker.
Es folgte ein Anruf in die Cablecom-zentrale. Nach einer halben Stunde nachfragen (!) fanden sie zusammen heraus, dass das Problem nicht bei mir lag, sondern am „Hub“, der Tausende von Cablecomkunden mit diesem „VOD“ versorgt. Es lief also kilometerweit nichts. Und ich war der Erste, der nach zwei Wochen mal dies meldete.
„Wüsset sie, in Züri hättet mer das sofort gmerkt, aber am Zürisee sind Sie de einzig wo das brucht.“
Toll. Und irgendwie kein Wunder. Natürlich braucht es niemand, weil es ja nicht funktioniert. Ich habe also der Cablecom eine Fehlermeldung geliefert, damit wieder ganz viele Leute Filme und mehr bestellen können, die sie ihnen in Rechnung stellen.
Für das will ich jetzt eine Entschädigung. Auch, weil mich der Techniker dazu drängte, zwei Filme testhalber zu kaufen. Doch @cablecomwebcare gibt sich da verschlossen. Es wird einem zwar gedankt, aber die Blumen muss ich mir selber kaufen. Bei allen anderen Unternehmen hätte man sich für diesen von Kunden aufgedeckten Fehler erkenntlich gezeigt. Irgendwie.
Und vor allem: Konnte ich sicher zwei Wochen lang einen Dienst nicht nutzen, der mir der von der Cablecom verkauft wurde.

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