Der Spitalaufenthalt.

Es war Sonntagabend. Nach dem Znacht mit meiner Frau schauten wir noch ein wenig TV. Es meldete sich mein Darm. Durchfall. Nur, was da kam sah so aus wie das Nudelgericht vorher. Irgendwie tomatigrot. Waren die Nudeln schlecht oder die Tomatensauce? Ne Ne Ne. Das war Blut.
Da ich bei solchen Dingen immer ein wenig Panik bekam, raunte ich meiner Frau zu: „Ich gahn jetzt mal in Notfall.“ Doch wer fuhr mich dorthin? Die 5jährige Tochter einfach mal schnell alleine lassen? Nein. Eher nicht. Meine Frau holte also die Tochter (im Piji) aus dem Bett und wir fuhren zum Spital. Ich verabschiedete mich von meiner Familie. Wer weiss schon, was da jetzt passieren wird?

Es kam noch mehr Blut. Zuerst aber mal so ein Nachthemd mit offenem Rücken. „Muss das sein?“, fragte ich. „Bei ihren Zustand schon.“ Und schon hatte ich zwei Infusionen am Arm. So kam ich natürlich nicht mehr aufs WC. Also verrichtete ich meine Notdurft vor vielen anderen Leuten auf der Notfallstation in ein „Häfeli.“ Ach, mir war das sowas von egal. Nur wollte ich das irgendwie überleben. „Sie überleben das schon. Sie sind ja noch jung.“ Jaja. Und das mit 37.

Später irgendwann am Morgen um Zwei kam ich in ein reguläres Zimmer. Mein Spital hat mich damit offziell aufgenommen. Zwar war es nur ein Zweibett (halbprivat)-Zimmer. Doch hätte ich schon gehofft, ich bekäme ein Zimmer allein (wer hofft das nicht?).

Nun. Der Doktor meinte „Man müsste das schon untersuchen.“ Das war Montag gegen Mittag. Vorher ass mein Zimmernachbar in aller Ruhe Frühstück und die „Room Service“-Frau nahm auf, was er in den nächsten Tagen zu Mittag oder zu Abend essen kann/durfte. Ich bekam nichts, da man annahm, dass ich eine Darmspiegelung machen müsste und für das muss der Darm leer sein.
So hungerte ich mit Kafi- und Gipfeliduft vor mich hin. Mein Zimmernachbar war ein grummeliger 80jähriger mit Hirnblutung. Kein netter Zeitgenosse. So ist es halt im Spital. Die Lustigen sind immer draussen.

Nun, mein Doktor meinte, „Man müsse was machen.“. Magen-/Darmspiegelung.
Ich sagte: Sicher nicht hier. Wie soll diese Entleerung funktionieren, wenn gerade mein Zimmernachbar auf dem WC ist? Die Krankenschwester meinte: „Denn machet sies uf em Häfeli. Sie sind ja nöd de Erst“. Ich meinte dazu: Dann sterbe ich lieber zu Hause.
Doch mein Spitaldoktor verstand die Situation. Die bei mir als Halbprivat-Patient lösbar war: Einen Stock weiter nach oben und dort in ein leeres Zimmer auf der Chirurgie.

Das funktionierte tatsächlich. So kam ich in ein ruhiges Zimmer. Musste 4 Liter Entleerungssaft trinken, ging alle 10 Minuten aufs WC. Durfte aber nie spülen. Meine WC-Gänge wurden von Krankenschwestern zuerst begutachtet.  Wie auch alle zwei Stunden der Puls gemessen oder Blut abgenommen wurde. Auch in der Nacht.
Ach und dann hing ich ja noch an einem EKG. Welches meistens nicht funktionierte. Da kamen nämlich wieder andere Pflegefachfrauen mitten in der Nacht ins Zimmer und meinten: „Ah, sie lebet ja no. Denn spinnt s’Grät.“ Ach wie lustig.

Am Dienstag gab es dann den Magen-/Darmuntersuch. Welcher eigentlich angenehm war. Das Michael Jackson-Mittel Propofol wirkte gleich, ich schlief und träumte, wachte wieder auf und alles war vorbei.

Das Ergebnis: Hämorrhoiden. Eine Moderatorenkrankheit. Weil, wenn ich Frühsendung ab 5.30 Uhr habe, kann man natürlich nie aufs WC bis sicher 10 Uhr. Ausser schnell mal ein Pipi. Doch fürs grössere Geschäft hat es keine Zeit. Also drücke ich alles bis dahin raus und das ist nun das Ergebnis.
Habe ich meinem Doktor erzählt. Er meinte nur: „Denn los ich sie mal im Radio!“

Danke. Seit dem schaut mich jeder im Büro bedauernd an, wenn ich aus dem WC komme. Und fragt: „Gaats?“

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3 Gedanken zu “Der Spitalaufenthalt.

  1. Ich bin ja echt beruhigt, dass es „nur“ das war. Ein paar Tage war ich mir nicht so sicher, wie schlecht dir’s geht. Dann hörte ich dich wieder auf dem Sender und war beruhigt.

    Vergiss bitte nicht, die Webcam jeweils auszuschalten, wenn du im Studio den Hafen hervornimmst, gell.

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