Wenn der Aprilscherz nicht stattfindet.

Aprilscherze werden in den Medien gepflegt. Es ist eine Art Tradition die Leser oder die Hörer in den April zu schicken. Auch wir im Radio haben viele Aprilscherze in den Jahren produziert. Mein Grösster war sicher, als wir den Hörer erklärten, dass Radio Zürisee das Programm mit dem österreichischen Radio Wien vertauscht.
Die Österreicher senden in der Schweiz, wir in Wien. Dazu bin ich und ein anderer Moderator nach Wien gepilgert, wo wir tatsächlich einen Tag lang Radio in Schweizerdeutsch machten. Die Wiener sind dann nach Rapperswil gepilgert. War lustig und natürlich ein Scherz. Obwohl wir das ja doch irgendwie „durchzogen“.
Auch kann ich mich gut daran erinnern, dass wir den Hörer erzählten, dass es in Zürich einen Formel-1-Kurs geben sollte, wie in Monte Carlo. Sogar der Stadtpräsident Elmar Ledergerber spielte hier mit.
Meine bangsten Radiomomente erlebte ich bei Radio Z (selig), als wir anlässlich der Schweizer Big Brother-Show auf TV3 (selig) den Hörern erklärten, es gebe einen Tag der offenen Tür. Die Auflösung fand dann auch vor dem Containerdorf in Glattbrug statt. Ich stand mit einem weiteren Moderator vor der tobenden Menge. Die wir dann irgendwie beruhigen mussten.

Doch dieses Jahr gibt es keinen Scherz. Warum? Ich denke es liegt an dem Phänomen „Erwachsenenradio“. Da sollte man keine Scherze mehr machen. Aber wenn „erwachsen“ soviel bedeutet wie „wir haben es nicht mehr lustig und dürfen nicht mehr lachen“, dann bleibe ich Kind.

Als Extra gibt es ein paar historische Aprilscherze hier:

 Internet alkoholisiert verboten.
1994 deckte das Magazin „PC-Computing“ auf, dass der amerikanische Kongress eine Gesetzesvorlage beriet, wonach es künftig verboten sein sollte, nach dem Konsum von Alkohol noch das Internet zu benutzen. Der Artikel provozierte so viele wütende Anrufe an den Kongress, dass sich das Büro von Edward Kennedy gezwungen sah, offiziell zu erklären, dass Kennedy nicht für die Vorlage verantwortlich sei.


Duftbilder im Internet.
2001 kündigte der Westdeutsche Rundfunk WDR Duftbilder im Internet an. Wer mit angefeuchteten Finger 10 Sekunden lang das Foto einer Rose berührte, atmete den Duft von Rosen ein. Angeblich.


Ufo über London.
Am 31. März 1989 sahen tausende Autofahrer auf einer Autobahn ausserhalb Londons eine glühende, fliegende Untertasse, die schliesslich auf einem Feld landete. Anwohner alarmierten sofort die Polizei und warnten vor der Invasion Ausserirdischer. Die Polizei erschien und ein mutiger Polizist nähere sich mit gezogenem Schlagstock dem Raumschiff. Als sich dessen Tür öffnete und ein Wesen im silbernen Anzug heraustrat, rannte der Polizist davon. Das UFO stellte sich als Heissluftballon heraus, der von Richard Branson, dem 36-jährigen Chef von Virgin Records, extra so gebaut worden war, dass er wie ein Raumschiff aussah. Eigentlich wollte er damit am 1. April im Londoner Hyde Park landen. Doch der Wind hatte ihn abgetrieben und er musste einen Tag früher am falschen Ort landen.
 


Weltmeisterschaft abgesagt.
Die Weltmeisterschaft 2006 findet doch nicht in Deutschland statt. Das hat der Weltverband FIFA bekannt gegeben. Grund: Gleich mehrere der deutschen WM-Stadien entsprechen nicht den FIFA-Richtlinien! Betroffen sind u.a. das Frankfurter Waldstadion und die Münchner Allianz-Arena. Während in München die Rasen-Fläche zu klein sei, sind im Waldstadion die Fluchtwege und die Abstände der Sitzreihen zu knapp bemessen. Zu den falschen Massen kam es durch fehlerhafte Umrechnungen von Yards und Inches ins metrische System bei der Übersetzung der englischsprachigen FIFA-Richtlinien ins Deutsche. Das deutsche Organisationskomitee hat die Fehler bereits eingeräumt. Da die Zeit für die Umbauarbeiten nun zu knapp sei, sieht sich die FIFA gezwungen, die WM in Deutschland abzusagen – und nun in England stattfinden zu lassen, vermeldete der Radiosender FFH 2005.
 


Geld beziehen beim Radiohören.
Der Internetdienst com! verbreitete die Meldung, dass man seine Bancomatkarte beim Hören von Radiowerbung während des Autofahrens aufladen könne. Zur Übertragung der per Werbung finanzierten Geldbeträge wird das RDS-Signal verwendet, das heutzutage von den meisten Autoradios „verstanden“ wird. Die Firma TeleCash Kommunikationsservice hätte hierfür eine spezielle Trägerkassette entwickelt. Bis zu 10 Pfennig pro Spot könne man so auf der Geldkarte abspeichern. Ab 1. April wollen bundesweit viele Sender den gesponsorten Werbebetrieb aufnehmen. Die speziellen Trägerkassetten dürften ebenfalls zu diesem Zeitpunkt in den T-Punkten der Telekom und bei allen Banken und Sparkassen erhältlich sein.
 



BH’s stören Radio und TV.
1982 berichtete die Daily Mail von einem Händler, der 10.000 BHs verkauft hatte, die ein einzigartiges und unvorhergesehenes Problem verursachten: Der unterstützende Drahtbügel sei aus einer Kupfer-Art hergestellt, die ursprünglich in Feuer-Alarmanlagen verwendet wurde. Wenn dieser Kupferdraht also mit Nylon und Körperwärme in Berührung käme, würde er sich elektrostatisch aufladen und dadurch TV- und Radio-Übertragungen stören. Der Chefingenieur der British Telecom ordnete daraufhin sofort an, dass alle weiblichen Angestellten offen legen müssten, welche Art BH sie tragen.


Digitalkamera zieht Leute aus.
Bei Chip.de gab es pikante Informationen zur nächsten Generation von Digitalkameras. Die Funktion „L-Shot“ soll in den neuesten Modellen für einen „besonderen Durchblick“ sorgen. Ähnlich den Überwachungskameras am Flughafen könne man damit durch die Kleidung hindurch fotografieren. Sogar Testfotos eines Bikinigirls konnte man vorweisen…


Vorsicht vor dem Vulkan.
1974 wurden die Bewohner von Sitka in Alaska aufgeschreckt, als der bis dahin schlafende Vulkan Mount Edgecumbe plötzlich schwarze Rauchwolken ausspuckte. Die Menschen rannten aus ihren Häusern auf die Strasse und starrten panisch auf den Vulkan, weil sie Angst hatten, dass er bald ausbrechen würde. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein ortsansässiger Spassvogel namens Porky Bickar für die schwarzen Wolken verantwortlich war. Er hatte hunderte alte Reifen in den Vulkan-Krater geflogen und angezündet um seine Mitbürger zu veräppeln und sie glauben zu machen, der Vulkan würde ausbrechen.


In England fährt man jetzt rechts.
Ein Aprilscherz-Evergreen ist die Nachricht, dass in Grossbritannien der Rechtsverkehr eingeführt werde. Eine noch viel bessere Variation wurde in den 80er Jahren von einer Westberliner Tageszeitung veröffentlicht, die mit einer kunstvollen Fotomontage einer Autobahnauffahrt an der damaligen Sektorengrenze beweisen wollte, dass im britischen Sektor der Stadt der Linksverkehr eingeführt werden solle.
 


Neuer Blinker für Geradeausfahrer.
Auch der ADAC reihte sich in die Aprilscherzkekse mit ein. Als Vorschlag für mehr Verkehrssicherheit wollte der Automobil-Club eine dritte Blinkleuchte für alle Fahrzeuge vorschreiben lassen. Nämlich in der Mitte, als Signal für das Geradeausfahren.
 


Spaghetti wächst auf Bäumen.
Die damalige TV-Sendung “Panorama” der BBC strahlte 1957 einen Bericht aus, nachdem auf den Hängen oberhalb von Lugano die Bauern wieder die Spaghetti-Ernte begonnen haben. Der Bericht zeigte “Spaghetti-Pflücker”, die die Teigwaren von den “Spaghetti-Bäumen” pflückten. Es sollen nicht wenige Leute darauf hineingefallen sein und wollten die frisch gepflückten Spaghettis kaufen gehen. Diesen Kult-Aprilscherz kann man auch im Internet angucken. http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/april/1/newsid_2819000/2819261.stm

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Veröffentlicht in Radio

Ein Gedanke zu “Wenn der Aprilscherz nicht stattfindet.

  1. Danke Gerry, wenn Ihr wirklich keine Aprilscherze im Radio bringt. Ich bin in der Hinsicht absolut nicht gerne Kind. Ich hab diese Scherze schon als Kind gehasst. Lachen ist ok, aber Aprilscherze sind meist so bescheurt, dass man nicht wirklich lachen kann. Oder sie sind so gut gemacht, dass ich mir eher belogen vorkomme. Man kann natürlich auch eine Lüge als Aprilscherz tarnen 😦

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