Posted by: gerryonline on: 27. Juni 2009
Die Frauen am Kiosk in Rapperswil schauen mich vorwurfsvoll an. Nein, das was ich da will – das geht nicht. Gestern habe ich irgendwo zu Hause noch ein Millionenlos gefunden. Schnell die Felder aufgerubbelt und einen 30 Franken Gewinn entdeckt. Nun will ich den Gewinn am Kiosk einlösen. “Das geht seit dem 10. Juni nicht mehr”, sagt die Frau am Kiosk. Ich bin traurig. Gehe zurück ins Geschäft und lese nochmals die Spielregeln des Millionenlos genau durch. Da steht: “Letzter Verkauftag: 10.Januar 2009. Die Gewinne verfallen nach 6 Monate”…
Moment. 6 Monate? Das wäre ja der 10. Juli, nicht Juni! So gehe ich also zum Kiosk beim Migros in Rapperswil. Die Frau hinter dem Tresen ist entsetzt. “Was isch das…?” Ich poche auf meinen Gewinn, rechne ihr aus, dass das Los noch gültig ist.
Sie ruft daraufhin der Chefin an (”da staat wieder eine wo wott es Millionelos ilöse”), die ihr rät das Geld auszuzahlen (Nachdem ich wetterte “wo ich das Los kauft haa, händ er au nöd so es Büro ufgmacht!”. Und oh Wunder: Im Computer der Swisslos ist der Button “Millionenlos auszahlen” auch noch drin.
Na also.
Posted by: gerryonline on: 24. Mai 2009
In England schauen die Sendung auf ITV Millionen. Weltweit sorgte die Sendung mit der Entdeckung von Susan Boyle für Schlagzeilen. Doch ganz ehrlich ist diese Sendung nicht.
In mehreren Folgen wurden Kandidaten gezeigt wie sie gut oder schlecht ihr Talent zeigten. Dabei wurden jeweils in einer Sendung Castings aus mehreren englischen Städten präsentiert. Ständig wurde hin und her gezappt. Mal war man in London, dann wieder in Manchester und dann wieder in London. Suggeriert wurde einem da, dass ständig neu gecastet wurde. Wahrscheinlich war es aber nach Stadt jeweils nur ein Casting. Und gestern? Gestern lief die Show eine halbe Stunde länger als gewohnt (1 1/2 insgesamt). In der ersten Stunde wieder neue Kandidaten aus den Castings. Unter anderem kam da ein 12jähriger Junge weiter, der auf dem Schlagzeug sein Talent bewies. So gut, dass er “eine Runde weiter kam”.
Diese “eine Runde weiter” wurde in der Zusatzhalbestunde präsentiert. Da kamen alle Susan Boyles und andere Talente nochmals zusammen. Seltsam war, dass alle genau die gleichen Kleider wie aus den Castings angezogen haben. Haben die tatsächlich nochmals beim Zusammentreffen extra nochmals die gleichen Kleider anziehen müssen? Eher nicht. Wahrscheinlich eher, dass gerade nach der normalen Castingrunde die besten Talente zusammengezogen und dann unter die Lupe genommen wurden. Die Kandidaten durften ja auch nicht nochmals ihr Talent zeigen. Sondern wurden von der Jury anhand ihres ersten Auftritts via Video nochmals bewertet.
So passierte es dann halt auch, dass der 12jährige Schlagzeugjunge nur eine halbe Stunde lang “weiter kam”. Er fiel so schnell aus der Sendung wie er reingekommen ist.
Die Sendung gestern präsentierte sich darum auch ein wenig “hingebastelt”. Kann es sein, dass die Staffel dank dem weltweiten Interesse künstlich verlängert wurde? Heute nun gibt es die erste Live-Show. Und schon bei den Auschnitten sieht man, dass Susan Boyle sich merklich vom einen auf den anderen Tag verändert hat. Die Falten sind geglättet, die Frisur gekämmt.
Britains got talent ist eine amüsante Sendung – nur ehrlich ist diese Show nicht. So dumm wie manche Produzenten denken, ist das TV-Publikum nicht.
Posted by: gerryonline on: 14. Mai 2009
Es nennt sich “Cosmos” und wurde zu den olympischen Spielen 1980 gebaut. Ein riesenKomplex!
Viele bemängeln den lausigen Service, das schmuddelige Image. Und ja. Es stimmt schon. Kommt man in den Cosmos rein, erwartet einem keine normale Lobby, sondern ein Casino und viele Ramschläden (wo ich übrigens Filzstiefel für meine Tochter und für meine Frau gefunden habe). Die Reception ist uninteressiert und konfisziert zuerst mal den Pass. Da zurzeit ein paar Lifte repariert werden (man hört ab 8 Uhr ständig Bohrer), geht es lange bis man einen Weg in den 19.Stock gefunden hat.
Das “Business-Center” ist ein Witz. Man kann da zwar Karten fürs Internet kaufen. Das Wireless-Internet darf aber nur im Center benützt werden. So sieht man viele Touristen in diesem engen Büro mit ihrem Laptop herumliegen. Dabei kann man ein Wireless gar nicht begrenzen. Ich habe sogar in meinen 19.Stock noch Verbindung ins WiFi-Internet.
Was mich aber am meisten amüsiert. Wenn ich von der Olympisky-halle zurück komme, erwarten mich unzählige Prostituierte die wahrscheinlich mitkommen wollen in den 19.Stock. Sie schauen, ich schaue auch und laufe (natürlich) vorbei.
Das Cosmoshotel ist gar nicht so übel. Man darf nichts erwarten und genau das trifft dann ein.
Posted by: gerryonline on: 13. Mai 2009
Ständig dieses Klack Klack. Übertönt manchmal vom Autolärm. Doch wenn es Klack Klack macht in Moskau, muss Mann gucken…: Wieder eine dieser Russinnen. Sowas habe ich noch in keiner Stadt gesehen. Die Frauen laufen am helllichten Tag so herum, als würden sie in den Ausgang gehen. Frisch blondiert, kurzer Rock, bestrumpft und eben hochhackig. Es scheint den Frauen hier nichts auszumachen ständig ihre Füsse in Highheels zu zwängen – sie kennen ja nichts anderes. Die Stadt und die Klack Klacks rauben mir die Sinne.
Posted by: gerryonline on: 12. Mai 2009
Posted by: gerryonline on: 12. Mai 2009
Alles anders hier. Bei der Ankunft haben mich schon die ersten kyrillischen Zeichen erwartet. Plakate, auf denen man nichts versteht. Doch lief alles reibungslos. Der Pass wurde zwar ein paar Mal durchleuchtet, dann ging es halt doch. Ich habe extra einen Fahrer bestellt, da ich gehört habe – dass andere “Taxis” am Flughafen nur abzocken. Und tatsächlich. Kaum bin ich draussen in der Halle stehen Dutzende von Taxifahrer da, die mich unbedingt irgendwo hin bringen wollen.
Mein Fahrer Anatoli lotste mich durch die Meute und fuhr direkt ins Hotel. Zuerst aber noch den Autoradio wieder installiert. Den baut Anatoli beim Verlassen des Fahrzeugs aus. Dazu öffnet er die Abdeckung mit Hilfe eines Schlüssels (welcher auch im Auto ist – wie praktisch) und schliesst das Radio neu an.

Dann geht es los. Schon in den ersten Stau. Das liegt daran, versucht mir Anatoli in bruchstückhaftem Englisch zu erklären, dass ein verlängertes Wochenende war und nun alle noch Moskau zurückkehren. Aha, sowas wie ein Gotthardstau in Moskau. Alles klar. Dass dabei auch neben der Autobahn auf der Wiese gefahren wird, ist dann doch eher halt die russische Fahrweise. Ja- man fährt neben der Wiese auf der Autobahn her und überholt so. Das wird irgendwie von Allen akzeptiert.